Abenteuer

Angelabenteuer in Ägypten

Nilbarsch

Mal wieder ein Abenteuer erleben, raus aus dem Alltag und mit etwas Glück auch gleich einen Fischgiganten an den Haken bekommen. So ungefähr lauteten meine Gedanken, als ich auf den „Book now“-Button für die Angelsafari auf Nilbarsche am Nassersee drückte. Es war im November, als ich mich aus dem kalten Nieselregen in Deutschland verabschiedete, um 6 Tage lang die Wintersonne in der nahezu menschenleeren Weite Nubiens zu genießen. 6 Tage ohne Mobilfunknetz, ohne den Luxus von fließend warmem Wasser und ohne Strom. 6 Tage fischen und die Seele baumeln lassen. Der Flug ging von Frankfurt nach Kairo und von dort weiter nach Assuan. Dort angekommen fehlte zunächst das komplette Angelgepäck. Dieses lag mutmaßlich noch in Kairo und sollte am nächsten Morgen nachgeliefert werden. Da ich die erste Nacht planmäßig ohnehin in einem Hotel vor Ort verbringen sollte, war ich entspannt. Tatsächlich konnten wir das Gepäck nach Landung der ersten Maschine am Morgen abholen und es ging vom Flughafen direkt an den Hafen um das Boot zu besteigen. Eine mehrtägige Angelsafari besteht immer aus einem „Mutterschiff“, auf dem die komplette Mannschaft mit der Verpflegung fährt und auf dem gekocht und gegessen wird. Als Angler fährt man, zusammen mit seinem Guide, mit einem kleineren Angelboot, das gleichzeitig bis zu zwei Anglern als Schlafplatz dient.

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Mutterschiff mit Angelboot

Bereits kurze Zeit nach Verlassen des Hafens von Assuan eröffnet sich einem die Größe des Gebietes, in dem während der kommenden Tage gefischt wird. Der Stausee schlängelt sich auf einer Länge von 550 Kilometern und eine Breite von maximal 35 Kilometern durch die nubische Wüstenlandschaft. Die Ufer sind fast völlig Menschenleer und man sieht während der Zeit auf dem See lediglich hier und dort ein paar temporäre Fischerhütten.

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Fischerhütte am Nassersee

Entsprechend klar ist der nächtliche Sternenhimmel, da es in weitem Umkreis keinerlei Lichtemissionen gibt. Die Verpflegung während der Angelsafari ist unglaublich gut. Man merkt einfach, dass die Crew weiß, wie man mit einfachen Mitteln leckere Gerichte zubereitet. Überhaupt wird man stets sehr gut umsorgt. Ich hatte den Luxus während meiner Reise der einzige Gast zu sein und somit einen Guide, einen Koch, einen Kapitän, einen Mann für den Service und einen Polizisten (ist auf jeder Tour zur Sicherheit an Board) ganz für mich allein zu haben. Auch wenn die meisten der Crewmitglieder außer dem Guide und dem Servicemann nur gebrochen Englisch sprachen, so entstand doch schnell eine unglaublich angenehme Atmosphäre. Die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Menschen helfen über jedes Verständigungsproblem schnell hinweg und spätestens am Abend, bei einer gemeinsamen Shisha unter den Sternen der Wüste, sind Worte eh überflüssig.

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Die gemeinsame Shisha ist in Ägypten obligatorisch

Gefischt wurde primär vom Boot aus auf Nilbarsche und das stets den ganzen Tag. Hin und wieder jedoch wurden kurze Pausen an interessanten Strukturen eingelegt, um dann von Land aus zusätzlich auch auf Tigerfische zu angeln. Zum Mittag und über Nacht wurden die Boote dann immer an einer Insel angelandet und der gesellige Teil des Tages stand an. Nach Einbruch der Dunkelheit habe ich zusätzlich eine Rute auf Welse ausgelegt. Beködert wurde diese mit Frühstücks- oder Hähnchenfleisch. So konnte ich in zwei Nächten gute Bisse verzeichnen, bei denen jedoch leider kein Fisch hängen blieb. Insgesamt haben wir so einige Barsche gefangen, der erhoffte Riese war allerdings nicht dabei.

Dafür konnte ich auf dieser Reise endlich eine jahrelange, noch offene Rechnung mit Tigerfischen endlich begleichen und tief zufrieden den Heimweg antreten.

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Tigerfisch

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