Abenteuer

Kleine Abenteuer im Alltag

Um dem Ruf des Abenteuers zu folgen ist es gar nicht nötig zum nächsten Urlaub zu warten. Auch ins tägliche Leben lassen sich allerlei kleine und mittelgroße Expeditionen einbauen. Das hat den riesen Vorteil, dass du auf diese Weise deinen Alltag aktiv gestalten und verändern kannst. Das wiederum eröffnet dir neue Perspektiven und lässt dich so manches altbekannte Problem plötzlich mit anderen Augen sehen. Für mich sind diese kleinen Abenteuer mindestens genauso interessant wie die großen Urlaubsexpeditionen, denn sie sind deutlich einfacher umzusetzen. Sie bedürfen weit weniger an Planung und an Ausrüstung. Mein letztes kleines Abenteuer habe ich in Verbindung mit einer Dienstreise erlebt. So hatte ich beruflich in Dresden zu tun und damit direkt vor den Toren zur Sächsischen Schweiz. Um dieser Tatsache gerecht zu werden ging es nach dem dienstlichen Teil direkt von Dresden aus nach Schöna. In Schöna beginnt die erste Etappe des Forststeigs, die auf abenteuerlichen und wild verwachsenen Wegen nach einer rund 9km Wanderung auf den Großen Zschirnstein führt. Nach der Anfahrt im Feierabendverkehr stand ich gegen 18:00 Uhr mit dem Rucksack auf den Schultern und abmarschbereit auf dem Wanderparkplatz. Der Hinweg führte auf einsamen Wegen durch einen wunderschönen Wald, ohne jegliches Zivilisationsgeräusch aber mit unendlich vielen Vogelstimmen um mich herum. Am Wegrand wuchsen Blaubeeren, die immer wieder zu kurzen Naschpausen einluden. Auch eine Quelle befand sich am Wegrand, an der ich meine Wasservorräte noch einmal auffüllen konnte und dank der ich jetzt nie mehr alt werde 😉


Die Ziskaquelle

Nachschub


Kunst (?)

Langsam aber stetig stieg der Weg an und erst auf den letzten paar hundert Metern ging es noch einmal in etwas steilerem Winkel nach oben. Den Gipfel konnte ich gegen 21:00 Uhr erreichen und war somit noch rechtzeitig vor Ort, um mir meinen Schlafplatz vorzubereiten und anschließend von der Hängematte aus den Blick auf den Sonnenuntergang zu genießen.


Sonnenuntergang am Großen Zschirnstein

Schlafplatz mit Aussicht


Wider erwarten war ich dort oben nicht allein sondern traf zwei Hamburgerinnen an, die es sich dort ebenfalls mit Ihren Hängematten gemütlich gemacht hatten. Somit war der Abend dank spannender Gespräche recht kurzweilig und ich konnte gegen 23:00 Uhr total platt in meine Hängematte fallen. Um 4:30 Uhr war die Nacht für mich dann bereits wieder vorbei. Ich wollte mir den Sonnenaufgang ansehen, was allerdings aufgrund eines Wolkenbands am Horizont nicht möglich war. Trotzdem war es ein ganz besonderes Gefühl, im Morgengrauen die Welt zu Füßen liegen zu haben und ihr beim Erwachen zusehen zu dürfen.

Ausblick im Morgengrauen


Nach dem Zusammenpacken war ich dann nach kurzem Rückweg gegen 7:00 Uhr wieder am Auto und konnte mein kleines Abenteuer zufrieden und glücklich beenden.

Für ein Mikroabenteuer dieser Art benötigt man, neben festen Schuhen, angemessener Kleidung, einem Rucksack, Schlafsack und Isomatte/Hängematte sowie ein paar Snacks und Getränken keinerlei spezielle Ausrüstung. Aus diesem Grund eignet es sich eigentlich für jeden, der einfach gern mal etwas Abwechslung in den Alltag bringen möchte, ohne sich dafür gleich massiv finanziell zu verausgaben. Man kann sein Leben auf diese Weise ohne Aufwand um viele wundervolle Eindrücke bereichern. Im Grunde genommen muss man damit nicht einmal aufs Wochenende warten, sondern kann ein Abenteuer wie dieses bequem auch zwischen Feierabend und dem nächsten Arbeitstag einbringen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.