Abenteuer

Mit dem Paddelboot in die "Wildnis"

Um ein Abenteuer auf dem Wasser zu erleben muss es gar nicht in die Ferne gehen. Klar sind die schwedischen Schären oder die großen Flüsse Nordamerikas echte Highlights für mehrtägige Bootstouren, aber auch im heimischen Brandenburg lässt sich noch wahres Wildnisfeeling erleben. Der große Vorteil ist, dass hierfür schon ein einwöchiger Urlaub ausreichend lang ist, um aus der Zivilisation abzutauchen und sich einzulassen auf die wilde Natur unserer Heimat. Perfekt also für all diejenigen, die Job und Familie irgendwie mit der Abenteuerlust unter einen Hut bringen müssen. Aus diesem Grund haben meine Frau und ich in diesem Jahr das Projekt „Märkische Umfahrt“ für uns realisiert. Wir hatten es schon längere Zeit in Planung aber aufgrund unserer zwei Kinder bisher nicht umsetzen können. Ende Mai tat sich für uns jedoch ein fünftägiges Zeitfenster auf, indem die Kinder mit der Oma im Urlaub waren.  Bei der Märkischen Umfahrt handelt es sich um eine knapp 180km lange Rundtour im Süden Berlins auf der Spree sowie den Gewässern der Dahme. Man benötigt dafür, je nach körperlicher Fitness ca. 5-10 Tage. Hin und wieder ist es neben dem Paddeln erforderlich das Boot auf „Bootsschleppen“ um Schleusen herum zu transportieren bzw. das Boot zu schleusen.

Die Tour geht in weitem Bogen vom nördlichen Rand des Spreewalds bis an die südliche Grenze Berlins und wieder zurück. Man paddelt dabei im permanenten Wechsel durch unterschiedlichste Landschaftszonen, vorbei an von Bibern angenagten Bäumen, ausladenden Seerosenfeldern, breiten Schilfgürteln und verwunschenen Erlenwäldern.

Zwischendurch führt die Tour immer wieder auch durch kleine Ortschaften und mittelalterliche Städte wie Beeskow und Fürstenwalde. In regelmäßigen Abständen trifft man auf gut angelegte Wasserwander-Rastplätze und kleine Gaststätten, die mit kühlen Getränken, typisch brandenburgischer Küche und leckerem Kuchen locken. Übernachtet wird auf eben diesen Rastplätzen oder einfach frei in der Natur. Das ist in Brandenburg, ein angemessenes Verhalten vorausgesetzt, zumeist absolut geduldet. Ich kann selbst den größten Morgenmuffeln unter euch außerdem empfehlen mal einen Morgen im Sonnenaufgang los zu paddeln, der Anblick des spiegelglatten Wassers im Morgennebel ist unbeschreiblich.

Auch hat man so früh morgens zumeist unvergessliche Einblicke in die Tierwelt. So konnten wir neben Bibern und Nutrias sogar eine Hirschkuh dabei beobachten, wie sie direkt vor uns schwimmend den Fluss überquerte. Da es sich hierbei um eine Rundtour handelt, muss man sich um den Transport vom/zum Startplatz auch keine Gedanken machen und es gibt an der Strecke verschiedene Möglichkeiten sich Kanus oder Kajaks auszuleihen. An Ausrüstung muss gar nicht viel mitgenommen werden, lediglich ein Zelt mit Isomatte und Schlafsack für die Nacht, etwas Wechselkleidung, ein bisschen Verpflegung und Wasser reichen für Minimalisten bereits aus. Die Nahrungs- und Wasservorräte können an der Strecke immer wieder gut aufgefüllt werden und man muss davon keine Wochenration transportieren. Wir haben uns hier auf etwas Brot, Salami und Käse sowie Müsli und etwas Obst beschränkt. Empfehlenswert ist auch Milchpulver, das in Wasser gerührt eine perfekte Ergänzung zum Müsli darstellt. Sicherlich sind die Mahlzeiten dadurch etwas einfacher aber wer einmal sein Müsli auf spiegelglattem Wasser in der Morgensonne gegessen hat, der braucht für den Rest des Trips kein Hotelbuffet mehr.

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